OTTENSOOS (gja) — Für Kenner der „echten“ Volksmusik führt an Ottensoos kein Weg vorbei, wenn sich im November die Türen der Mehrzweckhalle für die „Musikantengala“ öffnen. Aus ganz Deutschland kommen die begeisterten Fans der zünftig-kernigen Musik. Fünf Stunden lang wird gesungen und getanzt, gescherzt und gelacht, und die Musikanten mit ihrem „Superstar“ Alexandra Schmied machten den Saal kurzerhand zu einem richtigen „Musikantenstadl“.
„Seid`s gut drauf?“ musste Moderator Gerhard Walter die Besucher nicht zweimal fragen. Angesichts der voll besetzten Ottensooser Mehrzweckhalle war auch Erwin Rolle, Organisator der Musikantengala, hoch erfreut, ebenso wie Landwirtschaftsdirektor und Ottensooser Gemeinderat Werner Wolf.
Gut drauf waren besonders die „Oberkrainer Heimatbuben“, die allen Grund zum Feiern hatten, schließlich stehen sie schon seit 15 Jahren auf den Brettern, die für sie die Musikwelt bedeuten. Mit ihrem sagenhaften „Trompetenecho“ ließen sie die Wände der Mehrzweckhalle beben und nach ihren größten Hits, der „Sandis-Polka“ und „Du bist meine Rose, die niemals verblüht“, bekamen sie als schönstes Kompliment „Standing Ovations“.
Auch die Nachwuchsmusikanten Markus und Sven und Benny Reitinger bestachen an ihrer Steirischen Harmonika mit hervorragendem Können. Das Trio „Saitenspringer“ aus Nürnberg brachte mit lustigen Liedern und witzigen Einlagen die Zuhörer schnell zum Mitsingen und Lachen.
Ein schier unerschöpfliches Reservoir an Liedern hatten die Stimmungsmacher, die „Pfunds Kerle“ aus Tirol parat: Mit „Die Hände zum Himmel“, „Auf und nieder, immer wieder“ und vor allem beim Schunkelwalzer brachten sie den ganzen Saal in Bewegung und alle Tanzfreudigen riskierten eine flotte Sohle, heißt doch die besondere Devise der Tiroler Musiker „Genieße dein Leben ständig, denn du bist länger tot als lebendig“.
Weltmeisterlich präsentierten sie einen musikalischen Gag nach dem anderen: Von „Guru, Guru“ bis zum „Jungen Hupfer“ alias Josef Wachter, der sich im Alphornblasen ebenso wie beim feurigen Trompetensolo als absoluter Profi erwies. Da waren sich auch seine größten Fans, der neunjährige Pascal, der im Rollstuhl sitzt, und sein Zwillingsbruder Benjamin aus Güntersberge im Harz ganz sicher. Sie wollen auf jeden Fall nächstes Jahr wieder in Ottensoos mit dabei sein.
Als echte Frohnatur offenbarte sich der neue Stern am Musikantenhimmel, Alexandra Schmied, die als beste Nachwuchskünstlerin beim letzten ARD-Musikantenstadl ausgezeichnet wurde. Trotz ihrer Jugend präsentierte sich die sympathische 16-jährige als wahre Meisterin auf der Steirischen Harmonika und riss mit ihrem Temperament alle. Mit ihren „Verrückten Fingern“ spielte sie wie ein Wirbelwind auf der Harmonika und faszinierte mit der „Wurzlziacha-Zeit“ nicht nur ihre Fans.
Spätestens nach „Trau di doch“ hatte Alexandra aus Ursensollen bei Amberg ihr Ziel erreicht, als sie allen Gästen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatte. Mehr noch, die Menge tobte vor Begeisterung und belohnte ihr Debüt in Ottensoos mit riesigem Beifall. Die Stimmung auf den Höhepunkt brachte kurz vor Mitternacht eine abschließende Polonaise aller Interpreten durch den Saal, wobei die Zugaberufe fast kein Ende nehmen wollten.
G. Jahn26.11.2006 16:33 MEZ © PEGNITZ-ZEITUNG, LAUF
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